Buchsbaumzünsler an Buchsbaum

Buchsbaumzünsler-
Informationen

Buchsbaumzünsler an Buchsbaum und in der Hand

Woher kommt der
Buchsbaumzünsler
eigentlich?

Informationen zum Buchbaumzünsler & Co.

Die besten Strategien für gesunde Hecken und Formgehölze

Der immergrüne Buchsbaum galt lange als eine der beliebtesten Gartenpflanzen überhaupt: Als niedrige Beeteinfassung machte er eine genauso gute Figur wie als perfekt geschnittenes Formgehölz. Doch dann geschah es: 2006 wurde – zum ersten Mal in Europa – der Buchsbaumzünsler gesichtet. Von Baden-Württemberg aus verbreitete sich der Schädling rasant, man sichtete ihn in der Schweiz, in Hessen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden. Zusammen mit einer Pilzkrankheit schaffte es der Buchsbaumzünsler bald darauf, einen riesigen Schweizer Buchsbaumwald zu vernichten, der vorher Jahrhunderte überdauert hatte. Auch im Park des berühmten niederländischen Schlosses Het Loo starben 26 Kilometer Buchsbaumhecke ab. Die Buchsbaumzünsler-Katastrophe ist seitdem in vollem Gange und gräbt jedem Hobbygärtner Sorgenfalten in die Stirn. Doch es gibt Strategien, um dem Zünsler den Garaus zu machen.

Buchsbaum: Leider nicht mehr pflegeleicht

Auch in den Jahren 2019 und 2020 mussten wieder viele Gartenliebhaber ihren Buchsbaum entsorgen, weil er vom Buchsbaumzünsler oder anderen schweren Buchsbaum-Krankheiten befallen war. Andere hatten gewisse Erfolge im Kampf gegen die unersättliche Buchsbaumraupe – allerdings für den Preis einer sehr aufwendigen Pflege und Schädlingsbekämpfung.
Das Schlimme daran ist nicht die zusätzliche Arbeit, sondern die Tatsache, dass viele Anti-Buchsbaumzünsler-Maßnahmen äußerst schädlich sind, beispielsweise für Bienen und andere Insekten. Darüber hinaus wirken sie nicht dauerhaft: Hat man seine Buchsbäume in einem Jahr glücklich durchgebracht, heißt das nicht, dass sie es nun dauerhaft „geschafft“ hätten. Denn im folgenden Frühjahr geht der Kampf garantiert erneut los …

Buchsbaum Schädlingsbekämpfung
Buchsbaumzünsler

Woher kommt der Buchsbaumzünsler eigentlich?

Ursprünglich lebt der Buchsbaumzünsler in Ostasien. China und Japan sind zwei seiner eigentlichen Verbreitungsgebiete. Seine Reise nach Europa hat er vermutlich auf importierter Baumschulware angetreten, vielleicht Billigware aus China. Genau ist das heute nicht mehr nachzuvollziehen, zumal keine Meldepflicht besteht. Nur, dass die erste Sichtung in Mitteleuropa tatsächlich in Baden-Württemberg verzeichnet wurde, das ist sicher.
Interessanterweise bevorzugen die Buchsbaum-Raupen in Asien und in Deutschland unterschiedliche Buxus-Arten. In Asien stehen auch die Varietäten Buxus koreana und Buxus japonica (Buxus microphylla) auf seinem Speiseplan, die er hierzulande bisher verschmäht.

Buchsbaumzünsler

Weitere Buchsbaum-Schädlinge und -Krankheiten

Neben dem Buchsbaumzünsler selbst gibt es noch verschiedene weitere Schädlinge, mit denen Buchsbaum-Liebhaber regelmäßig oder von Zeit zu Zeit konfrontiert werden. Die Schadbilder sind aber in der Regel nicht so dramatisch wie beim Zünsler:

  • Buchsbaum-Blattfloh (Psylla buxi)
  • Buchsbaum-Gallmücke (Monarthropalpus buxi)
  • Buchsbaum-Spinnmilbe (Eurytetranychus buxi)
  • Kommaschildläuse (Lepidosaphes ulmi)

Als wäre es damit nicht genug, ist der Buxus anfällig für gleich mehrere Pilzkrankheiten:

  • Buchsbaum-Triebsterben bzw. Blattfallkrankheit durch den Pilz Cylindrocladium buxicola
  • Buchsbaum-Krebs durch Volutella buxi
  • Buchsbaum-Welke durch Fusarium buxicola
  • Buchsbaum-Rost durch Puccinia buxi

Übrigens breiten sich die Schädlinge und Pilzerkrankungen gerade in Buchsbaumhecken schnell aus. Grund ist – genau wie bei den menschlichen Infektionskrankheiten – die räumliche Nähe untereinander.

Sanfte „Hausmittel“ gegen den Buchsbaumzünsler

Mit Algenkalk wird zwar der Buchsbaumzünsler nicht direkt bekämpft, aber die Abwehrkräfte der Pflanze können gestärkt werden. Möglicherweise kann sie den perfiden Angriffen des Zünslers so besser widerstehen, im Prinzip geht es also darum, Schäden durch den Buchsbaumzünsler vorzubeugen. Die Erfahrungsberichte fallen unterschiedlich aus – aber mit einem Versuch machen Sie definitiv erst einmal nichts falsch, auch aus ökologischen Gesichtspunkten. Manche Buchsbaum-Fans schwören auf Asche gegen Buchsbaumzünsler. Es gibt zwei Varianten: Bei der einen verwendet man einfach Holzkohlenasche und besprüht die beaschte Pflanze danach leicht mit Wassernebel. Bei der anderen Methode verwendet man ein speziell hergestelltes Asche-Produkt (Agnihotra-Asche), das bisweilen auch als „Schädlings-Homöopathikum“ bezeichnet wird. Es soll das natürliche gesundheitliche Gleichgewicht des Buchsbaumes wiederherstellen. Auch diese Methoden schaden der Umwelt nicht. Machen Sie sich im Internet schlau, ob Sie Geld dafür ausgeben möchten – die Urteile schwanken von „funktioniert bei sehr häufiger Wiederholung gut“ über „okay, aber weniger wirksam als Schmierseife gegen Buchsbaumzünsler“ bis hin zu „reiner Aberglaube“.

Für Engagierte: Eier und Raupen frühzeitig „herausschneiden“

Wer ausreichend Zeit hat, kann schon im Winter – und dann regelmäßig bis in den Spätsommer hinein – seine Buchsbaumpflanzen auf einen Befall mit dem Buchsbaumzünsler untersuchen. Die Eier befinden sich in Gruppen von rund 20 Eiern auf der Unterseite der äußeren Blätter. Sie sind wenige Millimeter groß, leicht linsenförmig und blassgelb. Ein Rückschnitt gleich nach der Eiablage kann helfen, dass sich nicht so viele Schädlinge entwickeln. Erst die Raupen wandern ins Pflanzeninnere und sind dort an ihren Raupengespinsten erkennbar. Auch solche Befallsnester müssen Sie sofort komplett herausschneiden.
Wichtig: Damit Sie den Befall rechtzeitig erkennen, müssen Sie mehrere Monate lang mindestens zweimal pro Woche eine gründliche Buchsbaum-Kontrolle machen. Sonst kann es leicht zu spät sein und die Raupen haben ein leichtes Spiel.

Buchsbaumzünsler Schädlingsbekämpfung
Buchsbaumzünsler

Mit Hochdruck gegen den Buchsbaumzünsler

Rein mechanisch lassen sich Buchsbaumzünsler mit einem Hochdruckstrahler von der befallenen Pflanze entfernen. Vorher müssen Sie eine Auffangfolie unterlegen. Manche Gärtner setzen auch auf das Absaugen mit einem Staubsauger. Beide Methoden können jedoch auch Nützlingen und anderen Tieren schaden. Denken Sie daran, dass Sie hinterher den Buchsbaumzünsler entsorgen müssen: Er darf nicht auf den Kompost und auch nicht in den Biomüll, da er von dort weitere Pflanzen vernichten könnte.

Buchsbaumzünsler an Buchsbaum

Mit Hochdruck
gegen den
Buchsbaumzünsler

Vor dem Einsatz von Insektiziden …

… sollten Sie gründlich überlegen, ob Sie diese Mittel wirklich verwenden wollen, um den Buchsbaumzünsler zu bekämpfen. Denn eigentlich alle sind giftig für Nutztiere, insbesondere für Schmetterling und Biene. Das ist umso schlimmer, als die Präparate immer nur kurzfristig wirken. Der Buchsbaumzünsler lässt sich durch sie auf Dauer nicht wirklich beeindrucken. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Sie die Mittel spätestens im nächsten Frühjahr, vermutlich aber mehrfach im Jahr nochmals und nochmals ausbringen müssen. Vor dem Hintergrund, dass es sehr gute Alternativen gibt – nämlich komplett resistente, pflegeleichte Buchsbaum-Ersatzpflanzen –, sollte daher jeder Mensch, der die Natur liebt, zweimal nachdenken, bevor er zu Insektiziden greift.
Vorsicht: Auf einigen Neonicotinoiden steht noch „bienenungefährlich“, sie schaden aber dennoch nachhaltig der Umwelt und vielen Tierarten. Vier Nanogramm (das sind vier Milliardstel Gramm!) sind für eine Biene bereits tödlich. Auch Ameisen, Regenwürmer, Käfer, Wasserorganismen leiden – und damit das gesamte Ökosystem.

 

Nützlinge gegen den Buchsbaumzünsler

Wem es ausreicht, den Befall mit dem Buchsbaumzünsler nur etwas einzudämmen, so dass mit etwas Glück nicht gleich alle Pflanzen im Garten absterben, der kann es mit Nützlingen versuchen. Diese umweltschonende und natürliche Methode ist auf jeden Fall einen Versuch wert, wenn man vorhandene Buchsbäume retten will. Hilfreich sind Schlupfwespen, die die Raupen des Buchsbaumzünslers parasitieren. Man kann ihre Eier auf präparierten Karten kaufen, die in die Buchsbaumpflanzen gehängt werden. Laborerfolge mit solchen Karten waren sehr gut, allerdings kann die Wirkung im Freien eingeschränkt sein.
Wichtig ist zudem, dass sich heimische Vögel in Ihrem Garten wohlfühlen. Nistkästen und ein ausreichendes Angebot an Futter (geeignete Pflanzen, Ganzjahresfutter) helfen dabei. Die Berichte mehren sich, dass manche Vögel beginnen, die Buchsbaum-Raupen zu fressen. Am Anfang der Zünsler-Krise war dies noch nicht der Fall. In dieser Entwicklung steckt ein wenig Hoffnung!

Buchsbaumzünsler
Buchsbaumzünsler

Der bessere Weg zu gesunden Pflanzen

Insgesamt gesehen sind die Chancen, gegen den Buchsbaumzünsler anzukommen, leider sehr gering. Wenn einige Mittel eine gewisse Wirkung haben, dann sind sie entweder umweltschädlich oder sehr aufwendig und zeitraubend. Zudem wirken alle Methoden nur kurz und müssen mehrfach im Jahr, über Jahre hinweg, immer neu angewendet werden.
Organisationen wie der BUND, aber auch viele renommierte Gartenratgeber empfehlen daher, gleich Buchsbaum-Alternativen zu kaufen, die dem Zünsler von Natur aus widerstehen. Diese haben quasi einen „integrierten Pflanzenschutz“: Die Falter finden hier keine Lebensgrundlage und legen darum ihre Eier gar nicht erst ab. Statt sich tagtäglich aufwendig um den Buchsbaum zu sorgen, lehnen Sie sich mit solchen Alternativen einfach unbeschwert zurück und genießen Ihren gesunden Garten.
Die besten Buchsbaum-Ersatzpflanzen stehen dem Buchsbaum übrigens optisch in nichts nach – im Gegenteil: Der Ilex ROBUSTICO® beispielsweise ist dem Buxus im Charakter sehr ähnlich, kann aber zusätzlich bestens für höhere Hecken und Heckenbögen verwendet werden. Auch als Kugel, Pyramide oder sonstige Formschnittpflanze eignet sich dieser Ilex hervorragend. Unsere Service-Seite „Gartencenter finden“ zeigt Ihnen, wo Sie Ihren ROBUSTICO® kaufen können.